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Alter

4. Sept.
3 Min. Lesezeit

Zuerst einmal ein herzliches Dankeschön für die vielen schönen Geburtstagswünsche gestern. ❤️

Es hat mich zum Nachdenken gebracht. Geburtstag … der Tag nach einem weiteren Jahr des Lebens. Aber was passiert, wenn man das Wort Alter einmal anders betrachtet?


LEBENS-ZEIT.


Die Zeit, die du lebst. Und plötzlich bekommt das Ganze eine andere Bedeutung. Was machst du eigentlich mit dieser Zeit? Oder anders gesagt: Was hast du in dieser Zeit gelebt?

Wenn dich jemand fragt: „Wie alt bist du?“ Dann nennst du eine Zahl. Aber diese Zahl gehört eigentlich schon der Vergangenheit an, denn an deinem Geburtstag beginnst du bereits ein neues Lebensjahr. Und dann ist da noch dieses Wort: ALT. Ein Wort, das in unserer Gesellschaft oft eine negative Bedeutung bekommen hat. Alt zu sein scheint weniger gut, weniger attraktiv, weniger interessant zu sein als jung zu sein.


Aber warum eigentlich?


Es wird uns unbewusst beigebracht. Wir hören es so oft, dass wir gar nicht mehr darüber nachdenken. Bei Behörden fragt man ganz höflich: „Wie alt sind Sie?“ Ich habe dann manchmal Lust zu antworten – und vielleicht mache ich das beim nächsten Mal tatsächlich: „Meine Lebens-Zeit?“ „Meine Lebens-Zeit war erfolgreich, dramatisch, emotional vielfältig, komisch und manchmal traurig. Ich habe Eifersucht gefühlt und reude erlebt. Ich hatte Angst und war frustriert, aber ich war auch unglaublich glücklich. Ich durfte viele Erfahrungen und Lektionen machen. Manchmal habe ich die falschen Entscheidungen getroffen und meistens die richtigen. Ich habe Zeiten des Reichtums und Zeiten der Armut erlebt. Ich habe verloren, gefunden, gelernt, losgelassen und neu angefangen. Aber wir sind noch da. Ich mache das mittlerweile seit 67 Jahren.

Und jetzt möchte ich diese Zeit anders gestalten. Viel bewusster. Weniger aus den Programmierungen der Vergangenheit heraus. Weniger aus dem, was mir irgendwann gesagt wurde, wer ich sein sollte. Mehr aus mir selbst heraus. Denn vielleicht wird meine Identität nicht durch die Anzahl der Jahre bestimmt, die ich gelebt habe, sondern durch das, was ich mit diesen Jahren gemacht habe. Und Sie?“

Die Person hinter dem Schalter würde wahrscheinlich etwas irritiert schauen. 😉


Aber im Grunde ist es doch genauso. Wir bekommen Zeit zum Leben. Wie lang oder kurz diese Zeit auch sein mag. Und letztendlich sind wir es selbst, die diese Zeit gestalten. Vielleicht ist also nicht die Frage entscheidend, wie viele Jahre du hast.

Sondern: Was machst du mit den Jahren, die du hast?


Was tust du für andere?

Was tust du für dich selbst?

Wohin richtest du deine Aufmerksamkeit?

Welche Erfahrungen möchtest du machen?

Welche Emotionen möchtest du fühlen?


Denn wenn du beginnst, deine Zeit anders zu gestalten, verändert sich auch die Art und Weise, wie du die Welt betrachtest. Und vielleicht verändert sich dadurch auch die Welt um dich herum. Nicht weil du einfach etwas denkst und das Universum es anschließend für dich umsetzt, sondern weil das, was du fühlst, worauf du deine Aufmerksamkeit richtest und aus welchen Überzeugungen heraus du lebst, deine Entscheidungen, die Menschen, mit denen du dich verbindest, und die Realität, die du erfährst, beeinflusst.


Und genau da wird es für mich interessant.


Denn in dieser Lebens-Zeit geht es vielleicht nicht nur darum, was du sagst oder was du denkst. Es geht auch darum, was du fühlst. Emotionen sind eine Sprache, die unser Körper sehr gut versteht. Und vielleicht ist genau das etwas, das wir viel mehr lernen sollten: die Beziehung zwischen unseren Gedanken, unseren Gefühlen, unserem Körper, unserem Bewusstsein und der Welt, in der wir leben.

Quantenphysik in einer verständlichen menschlichen Sprache sollte meiner Meinung nach teilweise Bestandteil unseres Bildungssystems werden.


Nicht, um daraus ein neues Glaubenssystem zu machen. Sondern um Menschen neugieriger auf sich selbst zu machen. Auf Bewusstsein. Darauf, was tatsächlich geschieht, wenn ein Mensch denkt, fühlt, entscheidet und handelt. Denn letztendlich haben wir alle etwas gemeinsam. Wir haben Lebens-Zeit bekommen. Niemand weiß genau, wie viel davon. Aber wir können entscheiden, wie wir diese Zeit gestalten.


Also … Nicht: „Wie alt bist du?“ Sondern: „Wie hast du deine Lebens-Zeit gelebt?“


Und vielleicht ist das eine viel interessantere Frage.

Wer ist bereit, seine nächste Lebens-Zeit bewusst anders zu gestalten? 🙋‍♂️

 

 

 
 
 

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